
Der Landkreis Sömmerda hat in Thüringen eine hohe Bedeutung im Rahmen des Arten- und Biotopschutzes. Schwerpunkt der Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen sind insbesondere die zahlreichen Trocken-rasen, deren Pflege vorrangig durch Beweidung erfolgen muss.
Da 2008 eine neue KULAP-Förderperiode beginnt, war bis Mai die Erarbeitung neuer Förderanträge erforderlich. Inhaltlich wurden die Schäfereibetriebe bei der Erarbeitung der Anträge von der Unteren Naturschutzbehörde, Herrn Schmidt und Herrn Adler, sowie dem Landwirtschaftsamt Sömmerda, Herrn Reum, unterstützt. Zur Aufklärung der aktuellen Situation der Schäfereibetriebe sowie des Flächenbestandes wurde das Ingenieurbüro Sparmberg, Büro für Landschaftsplanung und ökologische Studien in Erfurt, hinzugezogen.
Wichtige Aufgabe des Ingenieurbüros war es, Gespräche im Vorfeld mit den Schäfereibetrieben zu führen. Im Mittelpunkt standen hierbei:
- die Fortsetzung bzw. Aufnahme der Schafbeweidung auf Trocken-
rasen bzw. Streuobstwiesen,
- Klärung der künftigen Kapazitäten der Betriebe,
- Erschließung weiterer Flächen zur Beweidung im nahen Umfeld,
- Optimierung der Beweidung,
- Klärung von Problemen der Antragstellung.
Die gemeinsamen intensiven Vorbereitung brachten für den Naturschutz weitere Erfolge:
a) In die KULAP-Förderung 2008 konnten einschließlich der Förderung aus dem Kreishaushalt 317,28 ha Trockenrasen und Streuobstwiesen von 16 Betrieben auf 109 Einzelflächen/Feldblöcken zur Beweidung beantragt werden.
b) Von den 16 Betrieben konnten 7 als Bewirtschafter neu gewonnen werden.
c) 64, 13 ha (= 20,2 %) wurden als neue Weideflächen gewonnen. Rechnet man die in Vorbereitung der Beweidung entbuschten Flächen hinzu, so beläuft sich der Zuwachs auf gesamt 100,43 ha (= 31,7%).
Die Ergebnisse aus der KULAP-Vorbereitung lassen den Schluss zu, dass nur durch ein kontinuierliches Management, welches über den Rahmen der Aufgaben der reinen Naturschutzverwaltung hinaus geht, die zukünftigen Aufgaben des Arten- und Biodiversitätsschutzes und die Entwicklung der Natur gesichert werden können.
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Neben den Maßnahmen für einzelne Lebensräume müsse das Thema Artenvielfalt bundesweit breit in die Öffentlichkeit getragen werden. Dazu sollte ein „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ aufgelegt werden, mit dem vorbildliche Projekte zur Umsetzung von Naturschutzzielen sowie von Naturerlebnis und Bildung in Städte und Gemeinden, Verbänden sowie an Schulen und Hochschulen unterstützt würden. „Der NABU wird seinen Masterplan zum Prüfstein für Politik und Wirtschaft machen, damit wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen sichern“, so Tschimpke.
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